Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an der RWTH

 

Materialwissenschaft und Werkstofftechnik haben eine lange Tradition an der RWTH Aachen. Die materialwissen-schaftliche und werkstofftechnische Forschung ist wie keine andere Disziplin an der RWTH Aachen über viele Fakultäten vernetzt und reicht in ihrer Tiefe von der Grundlagenforschung in Physik und Chemie bis hin zu den ingenieurwissenschaftlichen Anwendungen.

Die bestehenden Forschungsaktivitäten sind durch einen hohen Querschnittscharakter geprägt und die etwa 70 beteiligten Lehrstühle und Lehr- und Forschungsgebiete erstrecken sich über die fünf größten Fakultäten an der RWTH Aachen. Im Profilbereich MatSE werden alle entsprechenden Aktionen und Maßnahmen an der RWTH Aachen zusammengefasst. Dabei setzt der Profilbereich die erfolgreiche Arbeit des Werkstoff-Forums fort und erfährt zudem eine wesentliche Stärkung durch die Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich im Rahmen der 'Jülich Aachen Research Alliance', JARA, speziell in den Sektionen JARA-Energy zur zukunftsorientierten Energieforschung und JARA-FIT zur Entwicklung neuer Konzepte in der Informationstechnologie.

Getreu dem Leitspruch der RWTH Aachen möchte MatSE die zwei elementaren Säulen eines erfolgreichen Wissenschaftssystems stärken: es sollen exzellente Rahmenbedingungen für eine unabhängige Grundlagen-forschung geschaffen werden ('from first principles') und deren Erkenntnisse sollen in einer systematisch angelegten interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Natur-/Materialwissenschaftlern und Ingenieurdisziplinen zu einer schnellen technologischen Verwertung geführt werden ('to first to the market').

Die Forschungsvorhaben verfolgen in vielen Fällen einen ganzheitlichen Ansatz: im Fokus steht die umfassende Bearbeitung aller wissenschaftlichen Aspekte, vom theoretischen Verständnis mit ab initio-Methoden bis hin zur Konzipierung, Verarbeitung und technologischen Anwendung von neuen Hochleistungs-Werkstoffen. Die Forschungsbereiche umfassen alle Materialgruppen, von den metallischen Werkstoffen, über Keramik und Glas bis hin zu Polymeren und Biomaterialien – sowohl für Strukturwerkstoffe im industriellen Einsatz, wie zum Beispiel für den Automobilbau und das Bauingenieurwesen, als auch für Funktionswerkstoffe in zukünftige Anwendungen, wie zum Beispiel in der Informationstechnologie oder im biomedizinischen Bereich.

Der Erfolg der verschiedenen Aktivitäten kommt unter anderem in den zwei bestehenden materialwissenschaftlichen Sonderforschungsbereichen zum Ausdruck: SFB 761 Stahl ab initio und SFB 917 Nanoswitches; aber auch der Mitarbeit vieler Akteure in weiteren Sonderforschungsbereichen und Exzellenzclustern der RWTH Aachen. Dabei ist das wichtigste Kapital des Profilbereichs seine exzellenten Wissenschaftler, was zum Beispiel in der Verleihung der zwei ER-C Advanced Grants Prof. Matthias Wuttig und Prof. Rafal Dunin-Borkowski, sowie in der Verleihung des Leibniz-Preises an Prof. Rainer Waser zum Ausdruck kommt.